Eine hohe Abwehrleistung ist von vielen Nährstoffen abhängig Das Abwehrsystem (Immunsystem) eines gesunden Hundes ist ständig in Aktion: Millionen verschiedener Abwehrzellen in Blut und Körpergeweben sind zusammen mit den, von ihnen gebildeten Abwehrstoffen (Antikörper) für die "Abwehr" zuständig. Zum Beispiel für die Zerstörung von außen eingedrungener Krankheitserreger oder den Abtransport abgestorbener eigener Zellen und andere größere "Müllreste". Da ständig neue Immunzellen und Antikörper gebildet werden, benötigt der Organismus große Mengen an Eiweißen, Mineralstoffen und anderen lebenswichtigen Bausteinen notwendig. Schon eine ungenügende Eiweißaufnahme führt deswegen rasch zum Erliegen der Abwehrfunktionen. Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit, z.B. für Hautinfektionen oder Parasitenbefall. Auch die Fähigkeit, auf eine Impfung einen angemessenen Ansteckungsschutz (Immunität) zu entwickeln, ist eingeschränkt. Aber das Immunsystem reagiert nicht nur auf Eiweißmangel empfindlich, sondern benötigt für sein artgerechtes Funktionieren auch zahlreiche andere Nährstoffe. Beispielsweise das Vitamin A, das nicht nur zellschützende Funktionen hat, sondern wie einige B-Vitamine auch bei vielen Abwehrfunktionen benötigt wird. Eine artgerecht bilanzierte Vollnahrung, die alle für die Immunfunktionen notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellt, verhindert sicher eine ernährungsbedingte Abwehrschwäche des Hundes. Allergie: Auch eine "Leistung" des AbwehrsystemsDas Abwehrsystem hat noch weitere Aufgaben: Es wehrt auch Substanzen ab, die nicht in den Körper gehören. Beispielsweise eiweißhaltige Blütenpollen oder zahlreiche Gifte. Störungen des Immunsystem in diesem Bereich können als Allergien oder als Überempfindlichkeitsreaktionen zum Ausdruck kommen. Auch hier besteht oftmals ein enger Zusammenhang zur Ernährung: So überreagieren Hunde oftmals bei bestimmten - natürlichen - Bestandteilen von Nahrungsmitteln (z.B. Gluten aus Getreide) oder auch auf künstliche Inhaltsstoffe, wie z.B. Konservierungsmittel. Auch manche Industrienahrungen, die qualitativ niederwertige Eiweiße enthalten, können an Lebensmittelunverträglichkeitsreaktionen beteiligt sein. Abhilfe schafft hier eine Vollnahrung, die ausschließlich aus hochwertigen Nahrungsmitteln hergestellt wird. Doch das Immunsystem tut noch mehr: Immer wieder entstehen im Organismus Zellen, die sich unkontrolliert teilen und so zu Krebs führen können. Zumindest, wenn sie nicht durch ein gesundes Abwehrsystem erkannt und beseitigt werden. Hieran wird deutlich, dass eine vollwertige und die Nährstoffbedürfnisse eines Hundes befriedigende Vollnahrung auf verschiedenste Weise krankheitsvorbeugend, bzw. gesundheitserhaltend wirken kann. Ernährungsbedingte Erkrankungen: Vorbeugung ist die beste Behandlung
Schließlich soll noch einmal auf die Fülle von Erkrankungen hingewiesen werden, die durch Ernährungsfehler oder Überfütterung bei Hunden hervorgerufen werden können. Auch diese - z.B. Vitaminmangel, Mineralstoffüberversorgung, Energieüberschuss - tragen erheblich zur Häufung von Erkrankungen bei. Oder umgekehrt: Die naturgegebene, oft beeindruckende Vitalität und Gesundheit vieler Hunderassen kann durch unbedachte und vermeidbare Ernährungsfehler empfindlich geschädigt werden. Besonders nachhaltig wirken sich Ernährungsfehler natürlich bei trächtigen Hündinnen sowie bei Welpen und wachsenden Junghunden aus. Die breite Palette möglicher Schäden und Erkrankungen wurde bereits dargestellt. Für hohe Leistungsfähigkeit ist mehr als nur Energie nötigAktive Hunde und besonders Leistungshunde brauchen viel Energie, um im Sport erfolgreich, bei der Arbeit leistungsfähig und dabei auf Dauer gesund zu sein. Ein Mehr an Energie alleine reicht aber bei weitem nicht aus: Auch eine Anzahl anderer Ernährungsanforderungen müssen erfüllt sein. Beim Mehrbedarf an Nahrungsenergie (Leistungsbedarf) ist immer an Dauer und Art der körperlichen Belastung des Hundes (Agility, Arbeit, Waldlauf) sowie die äußeren Umgebungsbedingungen (Bodenbeschaffenheit, Wind, Außentemperaturen) zu denken. Mit folgenden Anhaltswerten kann der Energiebedarf eines Hundes berechnet werden: Ein etwa 35 kg schwerer Hund benötigt im Erhaltungsstoffwechsel rund 7,9 MJ verdauliche Energie pro Tag. Der zusätzliche Leistungsbedarf hängt von Dauer und Ausmaß der Arbeit ab. Beispiel: Ein 35 kg schwerer Hund verbraucht pro 1 Kilometer horizontal gelaufene Strecke zusätzlich 175 KJ verdauliche Energie. Bei einem täglichen Waldlauf von 10 km müsste die Futtermenge also um gut 20 Prozent erhöht werden. Diese zusätzliche Energie sollte vor allem in Form von hochwertigen und gut verdaulichen Fetten und Kohlenhydraten zur Verfügung gestellt werden, wie sie in speziellen Nahrungen enthalten sind. Eine solche Ernährung deckt auch den erhöhten Eiweißbedarf von Leistungshunden, der vor allem durch die gesteigerte Muskelregeneration bedingt ist. Hochwertige Geflügel-Eiweiße in speziellen Nahrungen vermindern zudem die Gefahr einer Blutarmut. Diese ist bei starker Ausdauerbelastung gegeben, wenn zuwenig essentielle Eiweiße in der Ernährung vorhanden sind. Übrigens sind auch Vitamine für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Hundes unverzichtbar. Hierzu zählen vor allem Vitamin B2, Pantothensäure und Niacin. Diese Vitamine sind direkt am Energieumsatz in den Muskeln beteiligt. Damit die Muskelzellen leistungsfähig bleiben, benötigen sie zusätzlich Vitamin E, Selen und Linolsäure. Die Leistungsfähigkeit hängt vom Bewegungsapparat insgesamt ab, also auch den Knochen. Deswegen sind unbedingt artgerecht bilanzierte Mengen an Calcium, Phosphor, Vitamin D, Kupfer und Mangan erforderlich. Übrigens: Trächtige oder säugende Hündinnen erbringen ebenfalls enorme körperliche Leistungen. Deswegen benötigen auch sie eine energiedichte, hochwertige Vollnahrung. Ein besonderer Vorteil ist dabei die hohe Eiweißqualität, die bei den kräftezehrenden Aufgaben der Trächtigkeit und Säugeperiode wirksame Unterstützung bietet.
Individuelle Leistungsgrenzen können nicht durch Überdosierung von Nährstoffen (Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen) überwunden werden. Im Gegenteil: Anstatt Leistungssteigerungen sind eher leistungsmindernde Nachteile zu erwarten, abgesehen von den krankmachenden Nebenwirkungen beispielsweise einer Vitamin-Überdosierung. Bei Ernährung mit einem vollwertigem Alleinfutter ist also eine zusätzliche Gabe von Nährstoffpräparaten weder empfehlenswert noch notwendig. Was hat Sonnenblumenöl mit dem Fell zu tun?Ernährungsfehler können unterschiedlichste Auswirkungen auf Hunde haben. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch nahezu alle: Egal, ob Nährstoffe fehlen, unausgewogen im Futter bilanziert oder sogar qualitativ minderwertig sind - fast immer kommt es zu Veränderungen von Haut und Fell. Besonders zu Glanzlosigkeit und Mattigkeit des Haares, fettigem Haar oder Sprödigkeit und leichter Brüchigkeit. Wenn ein ansonsten gesunder Hund eine unbefriedigende Fellqualität hat, sollte deswegen immer an eine falsche Ernährung gedacht werden. Eine nicht artgerecht zusammengesetzte Ernährung, der Mangel oder auch Überschuss an bestimmten Nährstoffen führt fast regelmäßig zu Veränderungen der Fellbeschaffenheit. Beispiel: Fehlen ausreichende Mengen der essentiellen Linolsäure in der Nahrung des Hundes, entwickeln sich ein raues, trockenes Haarkleid, Hautverdickungen und Haarausfall. Ebenso können eine Energieüberversorgung sowie überwiegende Fleischfütterung Fellprobleme begünstigen. Abhilfe schafft auch hier die Ernährung des Hundes mit einer Vollnahrung. Diese Vollnahrung hat neben der bedarfsgerechten Versorgung mit Vitaminen oder Mineralstoffen weitere Vorteile. Ein großer Teil der Fette stammt nämlich aus hochwertigen Sonnenblumenölen. Dieser einzigartige, leicht verdauliche Bestandteil der Nahrung erhöht die Verdaulichkeit der Nahrungsfette erheblich. Zudem enthält Sonnenblumenöl reichlich ungesättigte Fettsäuren, vor allem die - für den Hund - essentielle Linolsäure. Diese ist, wie erwähnt, auch für eine normale Entwicklung von Haut und Haaren jedes Hundes unentbehrlich.
Ernährungs-Mathematik: Die VerdaulichkeitBei der Beurteilung von Hundenahrungen kommt ein Begriff immer wieder vor - die Verdaulichkeit einer Nahrung. Was ist damit gemeint? Im Ernährungslabor können Wissenschaftler vieles über die chemisch-physikalischen Eigenschaften von Nahrungsmitteln erfahren. Sie erfahren aber nichts über die tatsächliche Verwertung im Körper des Hundes. Um dies zu beurteilen, muss eine Nahrung verfüttert werden. Das Verhältnis der aufgenommenen Nahrung zu den ausgeschiedenen Resten wird als Verdaulichkeit bezeichnet und in Prozent angegeben (gerechnet wird jeweils in Trockensubstanz=TS). Als Rechenvorschrift ist die Verdaulichkeit folgendermaßen definiert:
Die Formel sagt aus: Je geringer die Kotmenge bei einer bestimmten Nahrung ist, um so höher ist ihre Verdaulichkeit. Die hohe Verdaulichkeit einer Nahrung ist neben der Energiedichte besonders dann von Bedeutung, wenn Hunde in speziellen Leistungssituationen große Energie- und Nährstoffmengen aufnehmen müssen. Eine hohe Verdaulichkeit ist gleichbedeutend mit einer optimalen Ausnutzung der, in der Nahrung enthaltenen Bestandteile, was gerade bei Leistungshunden von nicht unerheblicher Bedeutung ist. In vielen Untersuchungen konnte wiederholt nachgewiesen werden, dass viele Hunden nach Studienende eine deutlich geringere Kotmenge hatten. Auch auf die Beschaffenheit der Ausscheidungen kann eine Nahrungsumstellung einen positiven Einfluss haben: In bis zu 15 Prozent der Fälle verbessert sich die Konsistenz, sonst bleibt sie überwiegend normal gut ("fest, geformt"). Ernährung, Lebensqualität und steigende LebenserwartungDer Einfluss der Ernährung auf eine steigende Lebenserwartung von Hunden kann nicht direkt gemessen werden. Dennoch gibt es viele Anhaltspunkte für diesen Sachverhalt. So kann unter sachgemäßer Anwendung einer hochwertigen, artgerecht bilanzierten Vollnahrung ein Rückgang der Erkrankungshäufigkeit festgestellt werden. Dieser Wert wiederum hat direkten Zusammenhang mit der Lebenserwartung von Hunden. Auch andere Zahlen belegen, dass Heimtiere heute länger leben, weil sich ihre Ernährung geändert hat: 1968 bekamen beispielsweise 21 Prozent der Hunde regelmäßig Fertignahrung, 1988 waren es schon 61 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg das Durchschnittsalter der Hunde um immerhin 20 Prozent. Diese verlängerte Lebensspanne ist wesentlich durch eine verbesserte und artgerechtere Ernährung bedingt. Damit ist eine solche verantwortungsbewusste Ernährung ein wesentlicher Beitrag auch zur Lebensqualität der Hunde. Bei den Gebrüdern Grimm beschwerte sich der Hund noch über die, ihm zugewiesene Lebensdauer von 30 Jahren: "Herr, ist das dein Wille? Bedenke, was ich laufen muss, das halten meine Füße so lange nicht aus; und habe ich erst die Stimme zum Bellen verloren und die Zähne zum Beißen, was bleibt mir übrig, als aus einer Ecke in die andere zu laufen und zu knurren"? Mit Hilfe einer ausgewogenen, artgerecht bilanzierten Vollnahrung wird ein moderner Hund heute kaum noch über seine - steigende - Lebensdauer klagen wollen. Möchten Sie die interaktiven Fragen zu dieser Folge beantworten, klicken Sie bitte hier! |
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