Ohne Zweifel trägt nicht alleine die medikamentöse oder operative Behandlung zur Heilung von Krankheiten des Hundes bei, sondern - in vielen Fällen - auch eine spezielle Diät. Solche krankheitsangepassten Nahrungen entlasten die erkrankten Organe und unterstützen oder beschleunigen auf diese Weise die Heilung. Wichtige Krankheitsbilder und die dabei zu beachtenden Ernährungsvorschriften werden im folgenden besprochen. Achtung: Die Befolgung einer speziellen Diät liefert zwar einen entscheidenden Beitrag zur Genesung, ist aber nur ein Teil der tierärztlichen Therapie. Diätnahrungen sind also kein Ersatz für medikamentöse oder sonstige Behandlung, sondern eine wichtige Ergänzung. Bei gestörter Dickdarmfunktion: Durchfall oder VerstopfungDurchfall (Diarrhö) Verstopfung (Obstipation)
In engem Zusammenhang mit Darmproblemen wie Verstopfung bilden sich oft übermäßige Darmwinde (Flatulenz). Diese sind nicht nur störend, sondern auch Anzeichen von fehlerhafter Ernährung oder Krankheiten. Zu vermeiden sind stark "gasbildend" Nährstoffe wie Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder größere Mengen rohen Fleisches. Vitaminergänzungspräparate sind fehl am Platz, da die Vitamine die gasproduzierenden Darmbakterien zu vermehrtem Wachstum anregen können. Erbrechen: Anzeichen bei vielen ErkrankungenHunde haben ein hoch entwickeltes Brechzentrum in ihrem zentralen Nervensystem und können sogar vorsätzlich erbrechen. Zahllose Ursachen können zu Erbrechen führen, z.B. seelische Belastung und Aufregung, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans, Entzündungen der Eingeweide oder Vergiftungen. Am häufigsten findet der Tierarzt eine akute Magenentzündung (Gastritis), oft zusammen mit einer Darmreizung und Durchfall. Immer ist zu beachten, dass 1.) wertvolle Mineralstoffe beim Erbrechen verloren gehen können und 2.) eine stärkere Magenfüllung den Brechreiz zusätzlich verstärkt. Neben den ärztlichen Behandlungsmaßnahmen ist eine hochverdauliche Nahrung mit geringem Fett- und Fasergehalt empfehlenswert, die auf mehrere Fütterungen pro Tag verteilt werden sollte. Die Futtermenge ist etwa auf die Hälfte des normalen Bedarfs zu vermindern. Ist das Erbrechen dann nach 3-4 Tagen verschwunden, kann diese Diät über weitere drei Tage wieder auf die normale Ernährung umgestellt werden. Bei chronischer Magenentzündung gilt im wesentlichen Ähnliches - nur steht bei dieser Erkrankung die medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Achtung: Länger als 24 Stunden anhaltendes Erbrechen, Leibschmerzen, zunehmende körperliche Schwäche sowie blutige, gallige oder schwarze Beimengungen im Erbrochenen sind Gefahrenzeichen und machen eine tierärztliche Untersuchung und Behandlung notwendig! Besonderheiten bei einigen Hunderassen: Magenerweiterung und Bauchspeicheldrüsen-StörungEinige Hunderassen wie z.B. der Deutsche Schäferhund neigen zu einer eigentümlichen Magenerweiterung mit Darmverschlingungen (Magendilatation und Volvulus), deren Ursachen bis heute unbekannt sind. Klar ist nur, dass Anstrengung und Aufregung bei der Fütterung sowie ein hoher Getreideanteil in der verwendeten Nahrung das Problem verschärfen. Hieraus folgen auch die tierärztlichen Ernährungsempfehlungen: Jede körperliche Anstrengung und Aufregung bei der Fütterung ist zu vermeiden. Zudem muss die Nahrung auf mehrere kleinere Mahlzeiten verteilt werden, um eine unnötige Magendehnung zu vermeiden. Dem gleichen Ziel dient das Verbot der unbeschränkten Wasseraufnahme. Eine fettarme, hochverdauliche (Feucht-)Nahrung beschleunigt die Magenentleerung des Hundes und ist deswegen empfehlenswert. Auch akute Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sind bei Hunden nicht selten. Krankheitszeichen sind Schwäche, Appetitlosigkeit mit Erbrechen, oft Durchfall und auch starke Leibschmerzen. Bald kann auch eine allgemeine Austrocknung, Atemprobleme oder Störungen der Herzfunktion eintreten. Erkrankte Tiere benötigen immer eine intensive medizinische Betreuung. Die Diät während der akuten Erkrankung ist einfach: Die Hunde dürfen für mindestens 3-5 Tage absolut nichts fressen oder trinken. Wichtig: Deutsche Schäferhunde haben eine angeborene Neigung zur sogenannten exokrinen Pankreasinsuffizienz. Also einer ungenügenden Bildung von Verdauungsfermenten durch die Bauchspeicheldrüse. Ist diese Erkrankung weiter fortgeschritten, verhungern unbehandelte Hunde trotz reichlicher Nahrungsaufnahme, da sie die Nährstoffe nicht mehr verdauen können. Die lebenslange Behandlung besteht aus Medikamenten, die alle notwendigen Verdauungsfermente enthalten sowie der Gabe einer hochverdaulichen, fettarmen Diät. Ursachen oft unklar: Nahrungsmittel-UnverträglichkeitKrankheitszeichen, die im Zusammenhang mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit oder -"Allergie" stehen, treten immer häufiger auf. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Entstehung solcher Beschwerden jedoch weitgehend ungeklärt. Sicher ist, dass bestimmte Hunde z.B. auf Rinderprotein oder pflanzliche Eiweiße (Weizenkleber - Gluten) überempfindlich reagieren und dann Durchfall und Störungen des Allgemeinbefindens zeigen. In vielen anderen Fällen, bei denen Beschwerden im Zusammenhang mit der Nahrung auftreten sollen, ist dies wissenschaftlich nicht zu beweisen. Glücklicherweise kann aber der Hundehalter mit einiger Geduld die möglichen allergie- oder überempfindlichkeitsauslösenden Nährstoffe selbst finden und aus der Nahrung ausschalten (Eliminationsdiät). Das Vorgehen ist recht einfach: Eine hypoallergene Nahrung mit eindeutig definierten Eiweißquellen wird über mehrere Wochen gegeben. Normalerweise sollten jetzt die Beschwerden verschwinden. Ist dies der Fall, können einzelne Nahrungsmittel daraufhin geprüft werden, ob sie Beschwerden auslösen. Achtung: Es dauert im Schnitt bis zu einer Woche, bis ein verdächtiges Nahrungsmittel wieder zu Beschwerden führt. Der Suchvorgang kann also recht lange dauern. Ist das verantwortliche Nahrungsmittel gefunden, besteht die Therapie aus der Vermeidung dieses Nahrungsmittels. Ernährungsrichtlinien bei Erkrankungen anderer innerer OrganeLebererkrankungen Nierenerkrankungen
Bei Herzkrankheiten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Zu große Fettanteile im Blut (Hyperlipidämie) Übergewicht Möchten Sie die interaktiven Fragen zu dieser Folge beantworten, klicken Sie bitte hier! |
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