Thema: Urinieren in der Wohnung
(Begonnen von: Susann,
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? Susann schrieb am 07.03.2010 um 09:49
Hallo zusammen,
ich habe gerade ein echtes Problem, denn mein 10 Jahre alter Westhighland Terrier macht in letzter Zeit immer in die Wohnung und meine Familie und ich, wir wissen momentan echt nicht weiter.
Eine Blasenentzündung hat er nicht und er hat auch immer seine festen Gassizeiten. Meistens uriniert er kurz vor dem Wochenende und das passiert mal vor unseren Augen, aber auch manchmal heimlich. Wir haben auch schon ausprobiert ihn zu schimpfen, wenn wir es sehen, und es zu ignorieren, wenn wir es ein paar Minuten später entdecken. Es hilft alles nichts. Wir sind mittlerweile wirklich verzweifelt.
! Uta schrieb am 07.03.2010 um 11:42
Hallo,
ich würde auch mal die Nieren untersuchen lassen. Als meine erste Hündin kaputte Nieren hatte, konnte sie das Wasser auch nicht mehr halten. Da sollte man dann auch nicht schimpfen, weil der Hund da ja nichts für kann.
Wenn es nichts Organisches ist, sind im Moment läufige Hündinnen bei euch in der Nähe? Oder hat es eine gravierende Veränderung bei euch gegeben, womit der Hund im MMoment nicht klar kommt?
! Hella schrieb am 07.03.2010 um 11:43
hat denn dein Hund sonst nicht diese Probleme gehabt? Dann war alles in Ordnung?
Dann muss ja irgendwas passiert sein. Hat sich eure Familienzusammensetzung geändert? Ist zum Beispiel die bisherige Bezugsperson nicht mehr da? Ist irgendjemand krank geworden, ausgezogen?
So eine Reaktion ist eigentlich immer ein Hinweis, dass was nicht stimmt. Natürlich kann der Hund auch krank sein. Habt ihr das überprüft?
Ich würde erstmal im Umfeld überprüfen, was sich geändert hat, bekommt der Hund nicht mehr die Aufmerksamkeit als sonst (Kinder ziehen aus, Beziehungs- Trennungsstress) usw. und dann auf den Hund selbst schauen.
! Susann schrieb am 07.03.2010 um 12:13
Zuerst mal danke für eure Hilfe.
Also gesundheitlich hat er wirklich nichts. Er ist da top fit. Und es sieht auch nicht so aus, als ob er es nicht halten könnte, sondern eher, dass er "gezielt" in die Wohnung macht. Hier mal ein Beispiel:
Das letzte Mal war es so, dass meine Mutter ihm nach dem Abendessen ein Leckerli gegeben hat. Nachdem er es gefressen hatte, schaut er sie an und macht einfach auf den Teppichboden. Dann schimpft sie ihn, er läuft ein paar Schritte und macht erneut.
Oder erst gestern hatten wir Besuch, den er sehr gut kennt. Nach dem Abendessen hat er sich zurückgezogen, was normal bei ihm ist und als ich ihn zum abendlichen Gassirundgang geholt habe, habe ich eine Pfütze in meinem Zimmer gefunden.
Bisher hatten wir damit eigentlich keine Probleme. Es gab mal eine Phase, da hat er nachts sein Häufchen in die Wohnung gemacht, aber das haben wir wieder in den Griff bekommen. Er hat auch ganz selten mal ein Pfützchen in der Wohnung hinterlassen, aber wirklich nur ganz ganz selten. Das er das jetzt regelmäßig macht, ist erst seit ca. 2 Wochen so.
Veränderungen gab es keine. Wir wohnen seit er bei uns ist im gleichen Haus, es gibt keinen Familienzuwachs und auch sonst keine Veränderungen. Er hat eigentlich die ganze Woche über seinen festen Tagesplan. Nur von Freitag bis Sonntag ändert sich, dass wir alles gemeinsam da sind. Sonst bleibt alles beim alten.
Ich denke auf jeden Fall, dass er uns mit seinem Verhalten was sagen will, aber ich komm echt nicht drauf, was. Ich vermute, dass er vielleicht ein Aufmerksamkeitsproblem hat, denn er steht schon recht gern im Mittelpunkt. Aber selbst wenn es das sein sollte, wissen wir nicht, wie wir das lösen können.
! Hella schrieb am 07.03.2010 um 16:30
also, wenn der Hund mittlerweile 10 Jahre alt ist, kann wie Uta schreibt, auch mal was gesundheitliches nicht ok sein. Das würde ich wirklich auch über den TA abklären lassen. Denn zum Beispiel einen Nierenschaden oder anderes kannst du nicht von aussen sehen.
Wenn du schreibst "er steht schon gerne im Mittelpunkt" dann ist das für mich ein klarer Hinweis, dass er euch im Griff hat. Das heisst, er kann machen, was er will. Vielleicht hat er beschlossen, dass ihr euch mehr um ihn zu kümmern habt. Und da ihr alle ratlos seid, ist ihm das ja schon geglückt. Nun heisst es, dass ihr wieder die Oberhand gewinnen müsst. Das heisst er muss sich unterordnen oder dem Familienoberhaupt oder Rudelführer.
Konsequente Erziehung ist angesagt. Ich weiss nun nicht, ob ihr alle an ihm "rumerzieht" oder ob er eine feste Bezugsperson hat. Über diese ist es am einfachsten. Feste Gassizeiten sind nötig, ordentliche Spielangebote, genügend Bewegung. Ansonsten darf er nicht ständig im Vordergrund stehen, sondern muss sich einorden.
! clara schrieb am 07.03.2010 um 17:33
Urinieren beim Rüden könnte Dominanzverhalten, aber auch Unsicherheit sein. Die Situation mit deiner Mutter würde ich nach deiner Beschreibung eher als Dominanzverhalten ansehen, er möchte ein weiteres Leckerli. Darauf würde ich tatsächlich wie Hella mit Ignorieren reagieren, nach einem kurzen und scharfen NEIN sagen würde ich ihn z.B. sofort ins Bad o.Ä. sperren und eine Weile allein lassen. Draußen beim Pinkeln würde ich ihn dagegen sehr loben, beachten und ihm vielleicht danach ein Leckerchen geben.
Sollte das Pinkeln aber Unsicherheit sein, würde ihn eine scharfe Reaktion natürlich noch mehr verunsichern, dann muss eher der Grundstresspegel abgebaut werden und viel Ruhe in die Situation gebracht werden. überlegt mal gemeinsam, ob ihr den Eindruck habt, er könnte ängstlich oder gestresst sein.
Im Falle übermäßigen Dominanzverhaltens würde ich wie Hella durch einfache Alltagsgesten zeigen, wer der Chef ist: Vorgehen durch Türen und an engen Stellen, keine Besucher begrüßen lassen, Leckerli nur sehr zufällig und unregelmäßig und auf keinen Fall regelmäßig und vorhersehbar. Futter knapp füttern und den Hund immer erst etwas warten lassen, bevor es kommt, nach kurzer Zeit wieder wegräumen, falls er nicht auffrisst, Spiel selbst anfangen und selbst beenden; insgesamt alles nach dem Motto: "alles was für mich wichtig ist, bekomme ich nur von meinen Menschen, ich bin permanent auf sie angewiesen".
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