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Brehm's Tierleben
Der Wolf (Canis lupus) - Teil 7


Marderhund (Canis procyonoides)

Marderhund (Canis procyonoides)

Über das Gefangenleben kann ich aus eigener Anschauung berichten. Ich pflegte geraume Zeit einen Prairiewolf, welcher im Zimmer aufgezogen worden und ebenso artig war wie ein gutmütiger Hund, obgleich nur gegen Bekannte. Er hatte ganz das Wesen des Haushundes. Bei dem Anblicke seiner Freunde sprang er vor Freuden hoch auf, wedelte mit dem Schwanze und kam an das Gitter heran, um sich liebkosen zu lassen. Die ihm schmeichelnde Hand leckte er jedoch nicht, sondern beroch sie höchstens. Wenn er allein war, langweilte er sich und fing an, jämmerlich zu heulen. Gab man ihm aber Gesellschaft, so mißhandelte er diese, falls er es nicht mit besseren Beißern zu thun hatte, als er einer war. Aus Raummangel mußte er mit einem Wolfshunde, einem Schabrakenschakal und einem indischen Schakal zusammengesperrt werden. Da gab es anfangs arge Raufereien. Später zeigte er sich übellaunisch gegen seine Genossen, hielt sich auch immer zurückgezogen. Einen Nasenbär, welcher den Nebenkäfig bewohnte, erwischte er einmal am Schwanze, biß diesen in der Mitte seiner Länge ab und verspeiste ihn ohne Umstände. Lebende Tiere, welche an seinem Käfige vorübergingen, versetzten ihn stets in Aufregung, Hühnern namentlich folgte er mit der größten Begierde, so lange er sie sehen konnte. Er war an Hausmannskost gewöhnt worden und zog Brod entschieden dem Fleische vor, verachtete aber auch dieses nicht. Kleine Säugetiere und Vögel schlang er mit Haut und Haar oder Federn hinab. Dabei war er so gierig, daß er sich leicht überfraß und dann die Speise wieder erbrach; er fraß das Ausgebrochene aber, wie es die Hunde zu thun pflegen, unter Umständen auch wieder auf. Reichte man ihm mehr Nahrung, als er wirklich zu sich nehmen konnte, so verscharrte er diese geschwind in einer Ecke seines Käfigs und hütete solche Vorräte dann mit Argusaugen, jeden seiner Kameraden mit Knurren bedrohend, sobald dieser dem Winkel nur halbwegs zu nahe kam.

Höchst empfänglich zeigte er sich für die Klagen anderer Tiere. In das Geheul der Wölfe stimmte er stets mit ein, und selbst das Gebrüll oder Gebrumm der Bären beantwortete er. Redete man ihn mit klagender Stimme an, ihn gleichsam bedauernd, so heulte und winselte er, wie mancher Haushund unter gleichen Umständen zu thun pflegt. Er zeigte, ganz wie ein Hund, ungemeines Verständnis für die Betonung verschiedener Laute und bezüglich Worte, fürchtete sich, wenn man ihn hart anredete, verstand Schmeicheleien und ließ sich durch klagende oder bedauernde Worte zur tiefsten Wehmut hinreißen. Auch die Musik preßte ihm stets laute Klagen aus; doch war es mit seiner Heulerei nicht so ernsthaft gemeint. Er ließ sich förmlich zureden und beendete seine Klagen sofort, wenn man die Stimme veränderte und ernsthaft ruhig mit ihm sprach. Sein Gedächtnis war bewundernswürdig. Er vergaß ebenso wenig Liebkosungen wie Beleidigungen. Gegen letztere suchte er sich zu rächen, auch nach längerer Zeit, erstere nahm er mit größtem Danke entgegen. Sein Wärter mußte ihn einmal von einem Käfig in den anderen bringen und dazu natürlich fangen. Dies nahm er übel und biß plötzlich nach dem sonst sehr geliebten Manne. Hierauf wurde er von Rechts wegen bestraft. Seit dieser Zeit hegte er einen tiefen Groll gegen den Wärter, obgleich dieser ihn fortan gut und freundlich behandelte und regelmäßig fütterte. Mir dagegen blieb er, obgleich ich ihm nur selten etwas zu fressen reichte, in hohem Grade zugethan, und niemals dachte er daran, nach mir zu beißen. Seinen alten Herrn liebte er noch immer, obwohl dieser ihn sehr selten besuchte. Er erkannte mich von weitem und begrüßte mich regelmäßig durch ein äußerst freundliches Gesicht und einladendes Schwanzwedeln, sobald ich mich zeigte. Wenn ich ihn mit der Hand streichelte, legte er sich gern auf den Rücken, wie Hunde dies thun, und ich durfte dann mit ihm spielen, ihm die Hand zwischen das kräftige Gebiß schieben, ja ihn selbst an dem Felle zausen, ohne daß er solches jemals übelgenommen hätte.

Auch das Fell des Prairiehundes findet Verwendung wie das seines stattlicheren Verwandten. Nach Lomer wird das Stück, je nach seiner Größe und der Fülle des Haares, im Handel mit 3 - 8 Mark bezahlt, gilt demanch ebensoviel wie das Fell der geringeren europäischen Wölfe.

Als tiefststehenden Vertreter der Wölfe auf der nördlichen Erdhalbkugel haben iwr den Marderhund zu betrachten. Er hat ein kleinzahniges Gebiß von 42 Zähnen, die Höckerzähne aber sind verhältnismäßig stark entwickelt. Außerdem weichen die Verhältniszahlen der Wirbel ab, finden sich namentlich mehr Brustwirbel als bei den übrigen Hunden, mit Ausnahme des Löffelhundes, dagegen aber weniger Schwanzwirbel, und lassen sich sonst noch Eigentümlichkeiten des Gerippes nachweisen.

Der Marderhund, Waschbär- oder Schleichkatzenhund, Tanuki der Japaner, Chause der Chinesen, Ilbigae der Birar-Tungusen, Jendako der Golden, Naoto der Mandschu usw. (Canis [Lupus] procyonoides, Nyctereutes procyonoides und viverrinus), erinnert in seinem Gesamtgepräge mehr an Marder als an Hunde. Der gestreckte, hinten verdickte Leib ruht auf niederen schwächlichen Beinen, der Kopf ist kurz, schmal und spitz, der Schwanz sehr kurz, beinahe stummelhaft und buschig, das Ohr kurz, breit, abgerundet und fast ganz in dem sehr reichen Pelze versteckt, die Färbung marder-, nicht aber hundepelzartig, mit Ausnahme eines ziemlich breiten über die Schultern nach den Vorderläufen ziehenden dunkelbraunen Bandes und der ebenso aussehenden Läufe auch sehr veränderlich, bald heller, bald dunkler. Kopf und Halsseiten sind gewöhnlich hellfahl, die übrigen Teile bräunlich, Wangen und ein scharf abgegrenzter Ohrrand braun, die Unterteile hellbraun; der Schwanz in seiner größeren Endhälfte ist schwarzbraun, ein großer Flecken auf der Halsseite vor und ein anderer auf der Leibesseite hinter dem erwähnten Schulterbande schmutzig isabellfahl; die einzelnen Haare sind an der Wurzel braun, an der Spitze bis gegen ein Dritteil der Haarlänge hin fahlgelb. Das Wollhaar übertrifft, laut Radde, an Fülle das jedes anderen Hundes und würde den Pelz ungemein wertvoll machen, wäre das Deckhaar nicht struppig wie das des Dachses, und störte nicht die vielfach abändernde Gesamtfärbung die Gleichmäßigkeit eines aus solchen Fellen bereiteten Pelzes. Im Sommer ist die Färbung merklich dunkler, weil die nach der Härung allmählich auswachsenden Grannenhaare an der Spitze noch nicht ausgebleicht sind. Die Länge des Tieres, einschließlich des 10 cm langen Schwanzes, beträgt 75 - 80 cm, die Höhe am Widerrist nur 20 cm.

Gray beschrieb den Marderhund nach einem ihm wahrscheinlich von China zugegangenen Balge, Temminck zwei Jahre später dasselbe Tier unter seinem zweiten Namen nach den von Siebold aus Japan mitgebrachten Stücken. Gegenwärtig wissen wir, daß unser Hund nicht allein in Japan und China, von Kanton bis zum Amurflusse vorkommt, sondern wahrscheinlich im ganzen gemäßigten Ostasien auftritt und im Nordosten seines Verbreitungsgebietes auch wohl bis zum 51. Breitengrade hinaufgeht. Im Stromgebiete des oberen Amur und seiner Zuflüsse scheint er besonders häufig zu sein, Gegenden mit fischreichen Gewässern überhaupt anderen vorzuziehen und sich daher soviel wie möglich an die Flußthäler zu halten. Doch traf ihn Radde, dem wir eine ziemlich eingehende Schilderung seines Lebens, die einzige, welche wir besitzen, verdanken, auch in den sich sanft verflachenden, nur licht bewaldeten Ostabhängen des Burejagebirges an.

Nach den von Radde an freilebenden und gefangenen Marderhunden gesammelten Beobachtungen ist die Lebensweise ungefähr folgende: Wie Wolf, Schakal und Korsak nicht eigentlich an eine bestimmte Örtlichkeit gebunden, durchschweift der Marderhund ein ziemlich weites Gebiet, im Sommer vielleicht ohne Wahl, im Winter in Fluß- und Bachthälern sich festsetzend. Am Tage schläft er, in sich zusammengeknäuelt, Kopf und Pfoten von seinen langen Haaren fast gänzlich bedeckt, hinter hohen Binsenhumpen, welche den unteren Teil seiner Lieblingsthäler in weiter Ausdehnung unwegsam machen, vielleicht auch in verlassenen Fuchs- und anderen Tierbauten, des Nachts zieht er zur Jagd aus. Er läuft nicht rasch, hat in seinen Bewegungen etwas Schleichkatzenartiges, beugt den Rücken oft zum gekrümmten Buckel und macht plötzlich Seitensprünge. Wie der Fuchs geht er nachts gern auf dem Eise, nimmt womöglich die alte Spur auf, macht kleinere Sätze als Reineke, stellt selten alle vier Füße in eine gerade Linie und springt öfter, als er trabt. Seine Stimme ist ein leises Miauen, im Zorne ein eigentümliches Knurren, auf welches ein sehr langgezogenes klägliches Winseln zu folgen pflegt. Bei Tage scheu und furchtsam, hält er des Nachts selbst den ihm überlegenen Hunden mutig Stand; wenig vorsichtig und äußerst gefräßig, fällt er leicht Fallen und Gift zum Opfer.

Seine Jagd gilt vor allem Mäusen und Fischen. Erstere verfolgt er im Sommer gemeinschaftlich mit anderen seiner Art oder seinen Familiengliedern und begibt sich zu diesem Zwecke in die Ebenen und Verflachungen des Gebirges; die Gesellschaft zerstreut sich, von einem Punkte in Bogenlinien auslaufend, an einem zweiten sich wieder begegnend und in gleicher Weise die Jagd weiter betreibend. Den Fischen stellt er wie der Fuchs eifrig nach, lungert und lauert daher an allen Bächen und Flüssen, frißt die geschuppten Wasserbewohner überhaupt so gern, daß er, so lange er genug von ihnen hat, Fleisch von höheren Wirbeltieren liegen läßt. Acht bis zehn spannenlange Fische verzehrt er auf einmal ohne befriedigt zu werden, scheint im Gegenteile, wenn er seine Lieblingskost vor sich hat, geradezu unersättlich zu sein. Frisch gefangene oder ihm neu zugeworfene Fische beißt er rasch einige Male in den Kopf, um sich ihrer zu versichern. Außerdem sind ihm Pflanzenstoffe der verschiedensten Art, beispielsweise Beeren, Holzäpfel, nach Versicherung der Birar-Tungusen auch Eicheln, sehr willkommen: er ist mehr Allesfresser als irgend ein anderer Hund. Den Winter verbringt er übrigens nur dann im Freien, wenn er nicht Gelegenheit fand, sich zu mästen; anderenfalls legt er sich, nachdem er schließlich noch wie Bär und Dachs die abgefallenen Holzäpfel aufgelesen hat, im November in verlassenen Fuchsbauten oder tiefer gehenden Erdlöchern zu einem nicht allzulangen Winterschlafe nieder, erinnert also auch in dieser Hinsicht mehr an gewisse Marder als an Hunde. Radde traf ihn während der Wintermonate im Gebirge nur äußerst selten an und erfuhr jene ihm mit Recht überraschende Thatsache von den, wie alle von der Jagd lebenden Völkerschaften, sehr genau beobachtenden Tungusen, welche noch mitteilten, daß unser Hund nur in frostfreien Höhlen überwintert.

Mit Strychninpillen fängt man den Marderhund leicht, findet ihn jedoch nicht immer ohne längeres Suchen auf, weil er die ganze Pille verschlingt und weit mit ihr geht, bevor er fällt: Radde erlangte die mit Gift getöteten Tiere gewöhnlich an den offenen Blänken der Flüßchen, wo sie zuletzt noch getrunken hatten. Rasche und geübte Hunde stellen das Tier bald und bewältigen es nach kurzem Kampfe. Die Eingeborenen Sibiriens, Japaner und Chinesen essen das Fleisch und verarbeiten das Fell hauptsächlich zu Wintermützen.

Gefangene Marderhunde gewöhnen sich ziemlich rasch an den Menschen, verlieren auch bald ihre Wildheit, nicht aber ebenso ihre Furchtsamkeit. Anfänglich fressen sie nur dann, wenn sie sich unbeachtet glauben, später machen sie, zumal angesichts von Fischen, keine Umstände mehr. Nach jeder tüchtigen Mahlzeit schlafen sie tief und lange. Sie sind sehr reinlich, wählen sich stets einen trockenen Winkel zum Lager und setzen flüssige wie feste Ausleerungen auf besonderen und verschiedenen Stellen ab.

Nach Ansicht der neueren Tierkundigen sind einige dem Marderhund verwandte südamerikanische Wildhunde wegen ihres manchmanl noch aus 46 Zähnen bestehenden Gebisses die tiefststehenden Vertreter der Wölfe.

Maikong

Maikong (Canis cancrivorus)

Zu ihnen gehört der Maikong oder Karasissi, der Savannenhund der Ansiedler (Canis [Lupus] cancrivorus, C. brasiliensis, Thous und Lycalopex cancrivorus). Er ist nach dem, was ich an einem lebenden Stücke gesehen habe, ein äußerlich schakalähnlicher, schlank gebauter, hochläufiger Wildhund, mit kurzem, breitem, stumpfschnauzigem Kopfe, mittelgroßen, am Grunde weit von einander abstehenden, oben gerundeten Ohren, schiefgestellten, rotbraunen, eirundsternigen Augen und fast bis zum Boden herabhängendem Schwanze, von ungefähr 65 cm Leibes- und 28 cm Schwanzlänge und etwa 55 cm Schulterhöhe. Der Balg besteht aus mittellangen, rauhen Grannen, welche das spärliche Wollhaar vollständig bedecken. Seine Gesamtfärbung ist ein ziemlich gleichmäßiges Fahlgrau, welches auf dem Rücken, zumal in der Schultergegend, wegen der hier schwarz endenden Haare dunkelt und nach unten durch Fahlgrau in Gelblichweiß und Reinweiß übergeht. Die Augengegend ist lichter, gelblichweiß; die Ohren sind außen am Grunde rötlichfahl, an der Spitze braunschwarz, innen mit gelbweißen Haaren besetzt und licht gerandet. Sehr dunkle Färbung haben auch die Lippen und die Schnauzenspitze, ein Kinnflecken und die Läufe bis zum Hand- oder Fersengelenke herab; ein vollständiges Kreuz in der Schlüsselbeingegend aus, welches von der Kehle an bis zur Oberbrust herabreicht und seitlich in ziemlich breiten Streifen bis gegen die Achseln hin sich fortsetzt. Die einzelnen Haare sind gelblich oder weißlich an der Wurzel, sodann grau und endlich dunkel zugespitzt.

Schon die Spanier sollen diesen Wildhund auf den Antillen als Haustier vorgefunden haben. Seitdem ist er von dort verschwunden; noch gegenwärtig aber wird er, falls Schomburgks Angabe begründet ist, von vielen Indianern wenigstens als halbes Haustier benutzt. "Bergreiche Gegenden", sagt genannter Forscher, "mit dazwischen gestreuten waldigen Steppen sowie die Umsäumung der Savannenflüsse scheinen der Lieblingsaufenthalt des schlauen und klugen Tieres zu sein." Dort lebt und jagt es in ganzen Koppeln. In der offenen Savanne scheinen diese Hunde ihre Jagdbeute mehr mit den Augen als mit der Nase auszuspähen; im Walde ist das Gegenteil der Fall: hier verfolgen sie auch ihre Beute jedesmal unter lautem Gebell. Gelingt es einer Koppel, eine Niederung zu beschleichen und unbemerkt in diese einzudringen, so entgehen ihr nur einige der auf den Dächern und nahen Gesträuchen schlafenden Hühner und Papageien. Die Beute verzehren die Räuber niemals an dem Orte, wo sie dieselbe gewürgt, sondern immer erst im Walde oder in einem sonstigen Schlupfwinkel. Indianer versicherten, daß sie selbst Rehe und Nachzügler der Wasserschweinherden jagen, um das endlich ermattete Tier niederzureißen.

"Für die Indianer hat der Maikong namentlich aus dem Grunde besonderen Wert, weil aus der Kreuzung desselben mit ihren Hunden sehr gesuchte Jagdhunde hervorgehen. Die Bastarde schlagen in ihrer Gestalt mehr nach dem Hunde als nach dem Maikong. Sie sind ungemein schlank, tragen die Ohren immer aufgerichtet und übertreffen in Bezug auf Ausdauer, Fertigkeit und Gewandtheit im Aufsuchen und Jagen des Wildes jeden anderen Hund. In der Ansiedlung wird ein solcher Blendling, welcher zur Jagd auf Rehe, Wasserschweine und Tapire abgerichtet ist, gewöhnlich mit 10 - 12 Thalern bezahlt." Der Besitz eines gezähmten Maikong gehört daher zu den besonderen Reichtümern der Indianer. Doch muß das Tier fortwährend an Stricken gehalten werden, da ihm keine Abrichtung seine Raubgelüste abgewöhnen kann. Schrankenlose Verwirrung bringt er unter dem Federvieh seines Herrn hervor, sobald ihm die Nachlässigkeit des Besitzers den Strick nicht festgebunden. Gekochtes Fleisch, Fische und Früchte sind das Futter, womit ihn der Indianer erhält." Hensel bezweilfelt die Angabe Schomburgks, jene Hunde seien Blendlinge vom Maikong und dem Haushunde. "Eine solche Behauptung", sagt er, "ist in hohem Grade unwahrscheinlich. Ohne Zweifel stimmen die Hunde der Indianer Guayanas mit den brasilianischen Rehhunden überein. Hätte eine Kreuzung stattgefunden, so müßte dies an dem Schädel der Blendlinge augenblicklich zu erkennen sein, da der Maikong an Schädel und Gebiß sehr leicht von den Füchsen, mehr aber noch von dem Haushunde zu unterscheiden ist. Man sollte also Bedenken tragen, die Ansicht Schomburgks wissenschaftlich zu verwerten, bevor nicht die Thatsache tierkundlich nachgewiesen ist."

Ein gefangener Maikong, welchen ich pflegte, erinnerte durch sein Wesen und Betragen so vollständig an den altweltlichen Schakal, daß ich wenigstens keinen Unterschied herauszufinden vermochte. Er nährte sich nach anderer Wildhunde Art von allerlei Futter, obwohl er das Fleisch jeder anderen Nahrung vorzuziehen schien; doch fraß er auch Früchte und Milchbrot sehr gern. Uns gegenüber zeigte er sich anfänglich scheu und mißtrauisch wie der Schabrakenschakal, später in gleicher Weise freundlicher und liebenswürdiger, je größeres Zutrauen er gewann.

Der Wolf Teil 7

Der Wolf Teil 1
Der Wolf Teil 2
Der Wolf Teil 3
Der Wolf Teil 4
Der Wolf Teil 5
Der Wolf Teil 6
Der Wolf Teil 7
Der Wolf Teil 8
Der Wolf Teil 9
Der Wolf Teil 10
 
Pressemitteilung des SDWI

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