Der Schabrakenschakal (Canis [Lupus] mesomelas, Vulpes mesomelas, Canis variegatus) ist sehr niedrig gestellt und von allen übrigen Schakalen schon hierdurch, mehr noch aber durch die Bildung seines Kopfes unterschieden. Dieser hat den Bau des Fuchskopfes und zeichnet sich besonders aus durch die sehr großen, am Grunde breiten, oben spitzig zulaufenden, ein gleichmäßiges, unten etwas verschmälertes Dreieck bildenden, dicht nebeneinanderstehenden Ohren, welche eher an die des Fenek als an die des Schakals erinnern. Die großen braunen Augen haben runden Stern; der Schwanz reicht bis zum Boden herab. Das Fell ist dick, fein und weich. Die Färbung, ein schönes Gelg-, Grau- oder Rostrot, geht nach unten zu in Gelblichweiß über. Die ganze Oberseite deckt eine seitlich scharf begrenzte Schabrake von schwarzer Färbung mit weißlicher Fleckenzeichnung. Auf dem Halse wird diese Schabrake durch eine nach hinten zu undeutliche weiße Linie eingefaßt. Die Zeichnung ändert sich, je nach der Lage der Haare, da sie überhaupt nur durch das Zusammenfallen einer Menge von Haarspitzen entsteht, welche sämmtlich lichte Färbung haben. Kehle, Brust und Bauch sind weißlich oder lichtgelb. An den Innenseiten der Läufe dunkelt diese Färbung, und zwischen den Vorderläufen geht sie in Grau über. Das Kinn ist rötlich, aber sehr hell, wenig von der lichteren Kehle abstechend. Der Rücken der sehr spitzen, fuchsartigen Schnauze ist schwarz, während die Lippen sehr licht, fast weiß erscheinen. Die Ohren sind außen und am Rande lebhaft rostrot, innen mit lichten Haaren besetzt. Vor ihnen steht jederseits ein gelber Flecken, und ein ähnlich gefärbter umrandet auch das Auge, unter dem sich dann noch ein dunklerer Streifen hinzieht. Ein dunkles Halsband, wie es die meisten übrigen Hunde und namentlich die Schakale zeigen, fehlt dem Schabrakenschakal gänzlich. Der Schwanz ist an der Wurzel rostfarben wie der übrige Leib, sodann aber, in den letzten zwei Dritteln der Länge, schwarz. An Länge übertrifft der Schabrakenschakal seinen Verwandten, an Höhe steht er ihm nach. Nach meinen Erfahrungen beginnt das Wohngebiet des Schabrakenschakals in Mittelnubien. Von hier aus reicht es längs der Ostküste Afrikas, wo er freilich in manchen Gegenden gänzlich zu fehlen scheint, bis zum Kap; hier in Südafrika verbreitet er sich quer durch den ganzen Erdteil bis zur Westküste und an dieser nordwärts sicherlich über den Kunene hinaus mindestens bis Mossamedes. Sonst ist er in Westafrika und im ganzen Kongogebiete noch nicht beobachtet worden. Unser Schakal findet sich ebensowohl in der Steppe wie in den Wäldern, vorzugsweise jedoch in Gebirgsländern; in Südafrika wie in Abbessinien ist er gemein. An der Ostküste des Roten Meeres breitet sich eine schmale Wüstensteppe, die Samhara, aus, welche vielfach von Regenstrombetten durchfurcht ist, deren Ufer gewöhnlich üppige Dickichte bilden. Hier darf man ihn regelmäßig vermuten; denn diese Dickichte sind reich an Hasen und Frankolinen und gewähren ihm somit vielfache Gelegenheit, Beute zu machen. Seine eigentliche Jagdzeit ist zwar die Nacht, doch sieht man ihn auch bei Tag häufig genug umherlungern, selbst unmittelbar in der Nähe der Dörfer. In den Frühstunden begegnet man ihm überall, im Gebüsche ebensowohl wie in der pflanzenleeren Ebene. Erst in den Vormittagsstunden trabt er seinem Lager zu. Nachts ist er ein regelmäßiger Gast in den Dörfern und selbst in der Mitte des Lagerplatzes; denn nicht einmal das Feuer scheint ihn auf seinen Diebeszügen zu hindern. Ich habe ihn wiederholt zwischen den Gepäckstücken und den lagernden Kamelen umherstreifen sehen; auf meiner ersten Reise in Afrika hat er mir sogar auf dem nur vermittels eines Bretes mit dem Lande verbundenen Schiffe einen Besuch gemacht. Die Eingeborenen Afrikas hassen ihn, weil er alle nur denkbaren Sachen aus den Hütten wegschleppt und unter dem Hausgeflügel, sogar unter den kleinen Herdentieren manchmal arge Verheerungen anrichtet. Die Somali versichern, daß er ihren Schafen die Fettschwänze abfresse; im Sudan weiß man davon zwar nichts, kennt ihn aber als sehr eifrigen Jäger der kleinen Antilopen, der Mäuse, Erdeichhörnchen und anderer Nager. Bei dem Aase ist er ein regelmäßiger Gast; er scheint solche Speise leidenschaftlich gern zu fressen. Wie Burton berichtet, betrachten die Somali das Geheul des Schabrakenschakals als ein Vorzeichen des kommenden Tages und schließen von ihm aus auf gutes oder schlechtes Wetter; in Abessinien oder im Sudan beachtet man diese Musik nicht, obgleich man sie oft genug zu hören bekommt. Ich meinesteils muß gestehen, daß mir das Geheul dieser Schakale niemals lästig geworden ist, sondern immer eine ergötzliche Unterhaltung gewährt hat. Über die Fortpflanzung unseres Wildhundes fehlen zur Zeit noch genügende Beobachtungen. Mir wurde erzählt, daß die Anzahl des Gewölfes 4 - 5 betrage, und daß man die Jungen zu Anfang der großen Regenzeit finde. Im Innern Afrikas fällt es Niemand ein, das wirklich nette Tier zu zähmen; wir erhalten deshalb auch nur aus dem Kaplande ab und zu einen dieser Schakale lebendig. Wenn man sich viel mit einem solchen Gefangenen beschäftigt, gewinnt man bald sein Vertrauen. Der Schabrakenschakal ist im Grunde ein gutmütiger, verträglicher Bursche, welcher jedenfalls mehr als der Fuchs zur Geselligkeit und zum Frieden neigt. So scheu und wild er anfänglich sich gebärdet, so rasch erkennt er liebevolle Behandlung an und sucht sie durch dankbare Anhänglichkeit zu vergelten. Ein fast ausgewachsenes Männchen, welches ich in London ankaufte, war anfänglich im höchsten Grade scheu und bissig, tobte beim bloßen Erscheinen des Wärters wie unsinnig im Käfige umher, machte Sprünge von 1 - 2 m Höhe und suchte ängstlich vor dem Menschen sich zu verbergen oder ihm zu entkommen, bekundete aber auch ähnliche Furcht vor verwandten Wildhunden, mit denen es zusammen gehalten wurde, sodaß es oftmals eben dieser Scheu und Furchtsamkeit wegen zu argen Beißereien unter der sehr gemischten Gesellschaft kam. Dies alles aber verlor sich bald. Der Schabrakenschakal erkannte das Vergebliche seines Sträubens und befliß sich fortan eines anständigen Betragens. Schon nach wenig Wochen nahm er, vielleicht durch das gute Beispiel seiner Mitgefangenen ermuntert, dem Wärter das ihm vorgehaltene Fleisch oder Brod aus der Hand; nach etwa Monatsfrist hatte sich seine Scheu so weit verloren, daß er traulich auf den Ruf herbeikam und die dargebotene Hand liebevoll beleckte. Auch zu seinen Mitgefangenen faßte er allgemach Vertrauen, und mit dem Vertrauen stellte sich eine gewisse Freundschaft ein, welche freilich durch einen vorgehaltenen fetten Bissen zuweilen kleine Unterbrechungen erhielt, im ganzen aber doch thatsächlich bestand. Während des Haarwechsels, welcher im September vor sich ging, hatte gedachter Schakal vorübergehend ein ganz eigentümliches Aussehen. Seine schwarze Schabrake verlor sich in kurzer Zeit bis auf spärliche Überbleibsel; das neue Grannenhaar wuchs aber sehr rasch wieder heran, und bereits nach 4 Wochen hatte er sein neues, schöneres Kleid angelegt. In einem Käfige zusammengehaltene Paare des Schabrakenschakals pflanzen sich leicht fort. Ob ihre Trächtigkeitszeit von der anderer Wölfe abweicht, vermag ich nicht zu sagen. Ein Paar, welches unter der Pflege Kjärböllings mehrere Jahre nacheinander Junge brachte, begattete sich in einem Jahre am 16. Januar, trotz der herrschenden 12 Grad Réaumur Kälte, und bekam - wann ist nicht gesagt - vier Junge, welche vortrefflich gediehen. In den beiden folgenden Jahren wölfte das Weibchen wieder, einmal am 4. März, fraß gelegentlich auch einen seiner Sprößlinge, obgleich es diese sonst gut behandelte. In Südafrika ist das weiche Fell des Schabrackenschakals sehr beliebt und wird, zu 10 - 20 zu einer Decke (Karoß) zuammengenäht, gern gekauft und über die Lagerstätten gebreitet. Bei geschmackvoller Zusammenstellung der in Färbung und Zeichnung recht verschiedenen Felle sehen diese Decken sehr reich und schön aus. Werfen wir nach dieser fast vollständigen Übersicht der altweltlichen einen Blick auf andere, in Amerika hausenden Glieder der Untergattung, so stoßen uns zunächst zwei Arten auf, als deren gemeinsame Merkmale der sehr lange, dünnasige Kopf und kurze gelten. Unter sich sind die beiden "Goldwölfe" übrigens wesentlich verschieden. Der Mähnenwolf, rote Wolf der Ansiedler, Guara der Eingeborenen (Canis [Lupus] jubatus, Chrysocyon jubatus, Canis campestris), hat, laut Burmeister, zwar die unverkennbarste Ähnlichkeit mit dem Wolfe, ist jedoch verhältnismäßig schwächer gebaut und viel hochbeiniger als dieser, die Schnauze enger, die Brust schmäler, der Schwanz kürzer. "Eigentlich", sagt Hensel, "ist das Tier eine Mißgestalt. Sein Rumpf erscheint unverhältnismäßig kurz, während die Beine, namentlich durch Verlängerung der Mittelhand und des Mittelfußes, eine für unser Gefühl unnatürliche Länge besitzen." Der Pelz hat ebenfalls sein Eigentümliches. Im Gesiche und an den Pfoten sind die Haare, nach Burmeisters Beschreibung, kurz anliegend; weiterhin, an den Beinen ganz allmählich, werden sie länger und erreichen ihre größte Länge im Nacken und längs des Rücken, wo sie eine starke aufrichtbare Mähne bilden und gegen 13 cm Länge haben. Ihre Färbung, ein klares reines Zimmetrotbraun, wird gegen die Mitte des Rückens etwas dunkler, gegen den Bauch hin heller, gelblicher; die Schnauze ist braun, die nackte Nase ganz schwarz, das Gesicht heller, das Ohr außen rotbraun, innen weißgelb; den Nacken ziert ein großer schwarzbrauner Fleck, welcher sich nach dem Rücken hinabzieht; die Pfoten sind auf der Vorderseite schwarz, hinten braun, die Innenseiten der Beine fast weiß; der Schwanz hat oben rotbraune, unten gelbliche Färbung. Bei 1,25 - 1,3 m Leibes- und 40 cm Schwanzlänge beträgt die Höhe 70 cm und darüber. Noch heutigestags wissen wir über das Leben dieses in allen Sammlungen seltenen Tieres außerordentlich wenig. Der Mähnenwolf hat zwar eine weite Verbreitung über Südamerika, kommt auch an geeigneten Örtlichkeiten Brasiliens, Paraguays und Argentiniens einzeln überall vor, wird aber wegen seines scheuen, vorsichtigen und furchtsamen Wesens, welches ihn den menschlichen Ansiedelungen fern hält, stets selten gesehen und noch seltener erlangt. Burmeister betrachtet es als eine besondere "Gunst des Schicksals", daß während seiner Anwesenheit in Lagoasanta ein Stück aufgebracht wurde und er dadurch Gelegenheit erhielt, das Tier beschreiben zu können. Aus der Ferne blickt der Mähnenwolf den Menschen neugierig an, geht dann aber schleunigst ab, wird überhaupt niemals zudringlich, greift nur ausnahmsweise das Herdenvieh, unter keinen Umständen aber den Menschen an und nährt sich schlecht und recht von kleinen Säugetieren und allerlei Früchten. Hensel, welcher bemerkt, daß auch er aus eigener Anschauung nichts zur Kenntnis der noch immer in Dunkel gehüllten Lebensweise des Mähnenwolfs beitragen könne, hörte auf der Hochebene der Serra geral am häufigsten von ihm erzählen. Er stellt hier den Schafherden nach und könnte somit schädlich werden, wenn er häufiger vorkäme. Am Tage hält er sich, nach Angabe des Prinzen von Wied, in den zerstreuten Gebüschen der offenen, heideartigen Gegenden des inneren Landes auf, ängstlich sich verbergend; des Nachts, in unbewohnten Gegenden wohl auch in den Nachmittagsstunden, trabt er nach Nahrung umher und läßt dann seine laute, weitschallende Stimme vernehmen. Gegen Abend soll man ihn, laut Hensel, zuweilen in den sumpfigen mit hohen Grasbüscheln bewachsenen Niederungen sehen, wie er sich mit der Jagd der Apereas oder wilden Meerschweinchen beschäftigt. Diese Tiere huschen mit so großer Schnelligkeit zwischen den Grasbüscheln umher, daß sie kein Jagdhund fangen kann; der Mähnenwolf aber greift sie doch. Seine hohen Läufe befähigen ihn, das Jagdgebiet auf weithin zu übersehen und so gewaltige Sätze zu machen, daß ihm gedachtes Kleinwild nicht immer entgeht. Ob er auch zu andauerndem Laufe geschickt ist, konnte Hensel nicht in Erfahrung bringen. Man möchte dies vermuten, obgleich er zuweilen von Hunden eingeholt werden soll. In Brasilien verschmäht man das Fleisch eines erlegten Guara durchaus nicht. Burmeister, welchem es als Hirschbraten vorgesetzt wurde, fand es zwar etwas zäh, aber wohlschmeckend und erfuhr erst durch seinen Gastgeber, daß er einen Wolfsschenkel anstatt eines Wildschlegels verzehrt hatte. Die zweite Art, der Heul- oder Steppenwolf, Prairiewolf, Coyote (Canis latrans, Chrysocyon latrans, Lyciscus cayotis, Canis frustor), erscheint ebenfalls als Mittelglied zwischen Wölfen und Füchsen, wenn auch der Wolf in ihm sich nicht verkennen läßt. Von ersteren hat er Leib und Schwanz sowie die kräftigen Läufe, von letzteren die zugespitzte Schnauze. Sein kräftiger Leib erscheint wegen des ungewöhnlich reichen Balges noch dicker als es in Wirklichkeit der Fall, der Hals ist kurz und kräftig, der Kopf schlanker als der des Wolfes, oben breit, an der Schnauze zugespitzt, das Ohr ziemlich groß, unten breit, oben aber nicht gerundet. Das lichtbraune Auge hat einen runden Stern. Die Färbung des Balges ist ein schmutziges Gelblichgrau, welches auf Ohr und Nasenrücken in das Rostfarbene, auf Oberhals und Rücken aber in das Schwärzliche übergeht, weil hier alle Haare in schwarzen Spitzen endigen; die Seiten des Halses, der Vorderblätter, der Hinterschenkel und die Läufe an ihrer äußeren Seite sind hellrostrot oder hellgelb, Unter- und Innenseite der Beine weißlich, die Lauscher rostfarben, hier und da mit schwärzlichen Haarspitzen, innen mit weißlichen Haaren dicht bedeckt. Der Lippenrand ist weißlich, die Umgebung der Augen hellfahl oder bräunlichgrau mit weißen Haarspitzen. Über das Handgelenk zieht sich ein schmaler, schwarzer Streifen; der Schwanz ist an der Wurzel fahl und schwarz gemischt, an der Spitze tiefschwarz. Auf dem Rücken werden die Haare im Winter über 10 cm lang. Sie sind an ihrer Wurzel aschgrau, hierauf gelbrot, dann schwarzbraun geringelt, hierauf weißlich und an der Spitze wieder schwarzbraun. Verschiedene Abänderungen kommen vor. Erwachsene Heulwölfe erreichen eine Länge von 1,4 m, wovon auf den Schwanz 40 cm gerechnet werden müssen, dabei aber kaum über 55 cm Höhe am Widerriste.
Der Prairiewolf ist weit über das Innere Nordamerikas, etwa vom Mississippi an westwärts und von Britisch-Amerika südwärts bis Mittelamerika, vielleicht bis zur Landenge von Panama und besonders gemein in den Ebenen des Missouri, in Kalifornien und Kolumbien. Englische Naturforscher behaupten, daß er in großen Rudeln lebe und dem Wilde sehr gefährlich werde, namentlich den Bisonherden folge und mit unverschämter Frechheit über jeden kranken, ermatteten oder verwundeten Stier herfalle, um ihn aufzufressen; Prinz von Wied, dem wir, neben Audubon, die beste Beschreibung verdanken, dagegen sagt, daß er nur einzeln oder paarweise vorkomme und nach Art unserer europäischen Wölfe lebe. Er raubt alles, was er bezwingen kann, und gleicht auch hinsichtlich der Schlauheit vollständig unseren Wölfen und Füchsen. Des Nachts kommt er oft bis in die indianischen Dörfer hinein, und im Winter sieht man ihn auch nicht selten am Tage umhertraben, wie den Wolf bei tiefem Schnee und Kälte. In der Ranzzeit bewohnt er selbstgegrabene Baue oder Höhlen, und hier soll im April die Wölfin ihre 6 -10 Jungen werfen. Die Ranzzeit fällt in den Januar und Februar und erregt die Heulwölfe wie alle Hunde auf das höchste. Um diese Zeit vernimmt man ihre Stimme in der Prairie: ein sonderbares, am Ende etwas gezogenes Bellen, welches dem Lautgeben unserer Füchse ähnelt. Viele indianische Hunde gleichen den Prairiewölfen in der Gestalt nicht wenig; es ist also zu vermuten, daß Vermischungen zwischen beiden Tieren vorkommen. "Wölfe", sagt Freiherr von Thielmann, "sind in der ganzen Prairie zu finden, ungleich häufiger jedoch als der große graue Wolf ist sein kleinerer Verwandter, der Prairiewolf oder Coyote. Bei Tage trollt er allein oder zu zweien in der Prairie umher, bei einem Hase oder hinter einem angeschosseneren Wilde sieht man größere Mengen sich zusammenscharen; nachts führen Rudel derselben mit Vorliebe Konzerte um das Lager auf. Ich kann nicht sagen, daß das Geheul einen unangenehmen Klang gäbe; oft habe ich im Zelte liegend eine Ähnlichkeit mit entferntem Gesange darin gefunden, ebenso wie das Geschrei der Wildgänse an Glockengeläute in der Ferne erinnert. Mit dem Aasgeier zusammen ist der Coyote der Vertilger alles toten Getieres, doch geht er nicht an stinkendes Aas. Seine sichere Beute wird jeder angeschossene oder im Kampfe mit seinesgleichen verwundete Büffel; sobald ein solcher sich vor Schweißverlust erst einmal niedergethan hat, verendet er bald an den scharfen Bissen des Rudels. Für den Menschen ist sowohl der große Wolf wie der Coyote gänzlich ungefährlich, doch ist die Dreistigkeit es letzteren bei Nacht so groß, daß jedes Stück Fleisch und jeder geschmierte Stiefel im Lager wohl verwahrt werden muß. Bei Tage ist mir nur einmal ein Coyote in nächste Nähe gekommen; er war in einer solchen Jagdpassion hinter einem Hasen her, daß er meiner erst ansichtig wurde, als er sich bereits dicht an den Hufen meines Pferdes befand." |
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