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Brehm's Tierleben
Der Wolf (Canis lupus) - Teil 4


Streifenwolf (Canis adustus)

Streifenwolf (Canis adustus)

Nordostafrika beherbergt den Schakalwolf oder Abu el Hosseïn der Araber (Canis [Lupus] anthus, lupaster, variegatus?). Er ist bedeutend kleiner als unser Isegrim, diesem aber in Gestalt und Verhältnissen ähnlich. Der breite, spitzschnauzige Kopf trägt große, breite und hohe, oben zugespitzte Ohren; der Leib ist kräftig, aber verhältnismäßig hoch gestellt; der buschige Schwanz reicht bis über die Ferse herab, wird meist hängend, zuweilen jedoch auch in großem Bogen aufwärts getragen; der nicht besonders dichte, gleichmäßige Pelz hat dunkelfahlbraune Färbung, das einzelne Haar gelbliche Wurzel und schwarze Spitze. Nach Hartmann ändert auch der Schakalwolf nicht unerheblich ab, ist in höher gelegenen, kühleren Gegenden kräftiger gebaut und voller behaart als in heißen Tiefebenen, wo er auch dunkler gefärbt erscheint, zeigt zuweilen schwärzliche Flecken und Streifen auf seinem Felle usw.

Ehrenberg fand den Schakalwolf, welchen die alten Ägypter sehr wohl gekannt und auf ihren Tempelbauten bildlich dargestellt haben, in Nordostafrika wieder auf; spätere Reisende beobachteten ihn im ganzen Norden, Nordosten und Nordwesten Afrikas. Schon in den Wüsten des unteren Nilthales ist er keine Seltenheit, obgleich man immer nur einzelnen begegnet. "Da, wo das bewachsene, beziehentlich bebaute Nilthal", sagt Hartmann, "nur schmale Streifen bildet, hält sich der Schakalwolf über Tages in schwer zugänglichen Klüften des wüsten, den Strom begrenzenden Landes versteckt, streift aber bei Abend und bei Nacht, selten dagegen noch bei hellem Sonnenscheine umher, löscht am Wasser seinen Durst und beraubt die Ansiedelungen, wo es angeht." In den südlicheren Ländern des Nilgebietes bilden dichtere Gebüsche oder auch der Graswald der Steppe seinen Aufenthalt. Hier soll er sich Höhlen graben oder die weiten, tiefen Bauten des Erdferkels zum Tagesverstecke benutzen: so wenigstens berichteten mir die Bewohner Kordofans.

In seinem Wesen erinnert unser Wildhund mehr an den Wolf als an den Schakal. In der Regel hält er sich in einem ziemlich eng begrenzten Gebiete auf und treibt hier Niederjagd auf allerlei Kleinwild, Zwergantilopen, Hasen, Mäuse, Wild- und Haushühner und dergleichen, nebenbei allerlei Früchte auflesend und verzehrend; zuweilen aber, namentlich während der Regenzeit, schlägt er sich in Meuten zusammen, unternimmt größere Wanderungen, überfällt Schaf- und Ziegenherden, reißt mehr nieder, als er verzehrt, zersprengt die Herden und ängstigt die Hirten in arger Weise. Über ein Aas stürzt sich solche Bande mit der Gier einer Wolfsmeute, und wenn der bellende Magen zwingt, vergreift sie sich, laut Hartmann, auch wohl an allerlei ungenießbaren Stoffen. Auf unser Tier bezieht sich wahrscheinlich aich die folgende Mitteilung Schweinfurths: "In Kulongo waren weite Flächen mit Erdnüssen bestellt, und diese lockten die Schakale des Landes in Menge herbei, die sich nicht die Mühe verdrießen ließen, die Erdnüsse aufzuscharren und mit den Zähnen aufzuknacken. Der Schakal in Nordostafrika (Baschohm der Nubier) ist eines der häufigsten Tiere des Kongolandes und gleicht in Gestalt einem mittelgroßem Fuchse; er ist hier wolfsfarben mit schwärzlichem Rücken und Schwanze. Sicher trifft man ihn in früher Morgenstunde auf den Feldern und zwar in sitzender Stellung, gemütlich sich die Nüsse knackend. Ich erlegte mehrere derselben auf leichte Art mit grobem Schrote und sammelte mir die Felle, die ein schönes Pelzwerk abgaben."

In den Steppen Innerafrikas jagt man den Schakalwolf mit den dortigen ausgezeichneten Windhunden, welche ihren Verwandten trotz lebhafter Gegenwehr niederreißen oder so lange festhalten, bis die Jäger herbeikommen und ihn mit Lanzen erstechen. In Gefangenschaft hält man ihn ebensowenig wie andere Wildhunde. Ich erhielt ein Paar Schakalwölfe, welches ich geraume Zeit gepflegt und beobachtet habe. Ihr Betragen ist das des Wolfes. Wie dieser anfänglich scheu, ängstlich und reizbar, gewöhnen sie sich doch in nicht allzulanger Zeit an den Pfleger, kommen auf den Anruf herbei und geben sich zuletzt Liebkosungen hin. In das Geheul verwandter Wildhunde stimmen sie getreulich ein; sonst vernimmt man selten einen Laut von ihnen. Das von mir gepflegte Paar begattete sich am 10. März, und nach einer Trächtigkeit von genau 63 Tagen wölfte das Weibchen. Die Jungen wurden mit größter Zärtlichkeit behandelt, gediehen vortrefflich, spielten bereits Ende Juni wie junge Hunde, wuchsen ungemein rasch und berechtigten zu den besten Hoffnungen, gingen jedoch an der Staupe zu Grunde.

Der von Rüppell in Abessinien entdeckte Kaberu, Walke, Gees, Kontsal oder Boharja (Canis [Lupus] simensis), unterscheidet sich vom Schakalwolfe nicht allein äußerlich, sondern auch im Schädelbau. Ein auffallend schlank, windhundähnlich gebautes Tier ist der Kaberu allerdings, keineswegs aber ein verwilderter Haushund, wie Giebel belehren will, schwerlich auch eine klimatische Abart des Schakals, wie Hartmann für möglich hält. Die Schlankheit dieses Wolfes spricht sich besonders in dem fuchsartig gebauten Kopfe, mit verlängerter Schnauze und ausgezogener Nase aus. Die Ohren sind ziemlich hoch und zugespitzt, Hals und Rumpf gestreckt, die Beine hoch; der dickbuschig behaarte Schwanz reicht bis auf die Fersen herab. In der Größe kommt der Kaberu einem starken Schäferhunde annähernd gleich: seine Gesammtlänge beträgt etwa 1,3 m, die Schwanzlänge 30 - 35 cm, die Höhe am Widerrist 45 - 50 cm. Kopf, Rücken und Seiten sind braunrot, Brust und Bauch weiß, die letzten fünf Achtel des Schwanzes schwarz gefärbt.

Der Kaberu ist weiter verbreitet, als man glaubt. Man brachte mir ihn einmal in Kordofan und zwar ganz im westlichsten Teile des Landes, hart an der Grenze von Dar Fur, woraus hervorgehen dürfte, daß er in einem großen Teile der inneren Länder Afrikas zu finden ist. Rüppell fand ihn in den meisten Gegenden Abessiniens, hauptsächlich aber in der Kulla, d.h. im heißen Tieflande der afrikanischen Schweiz. Seine Nahrung besteht vorzugsweise in Herdentieren, zumal in Schafen; er thut deshalb den Eingeborenen großen Schaden. Außerdem mag er wohl auch Antilopen jagen und niederreißen und wie andere wilden oder halbwilden Hunde und Hyänen Aas und Kerbtiere fressen. Dem Menschen wird er nicht gefährlich. Wie andere Verwandten schlägt er sich in Meuten und jagt gesellschaftlich. Die Bewohner Kordofans kennen ihn unter dem Namen Kelb el Chala oder Hund der Wildnis, Hund der Steppen, und fürchten ihn als argen Feind ihrer Herden noch weit mehr als den ebenfalls dort heimischen Hyänenhund. Keinem der scharf und gut beobachtenden Nomaden fällt es ein, in diesem Tiere einen verwilderten Hund zu erblicken.

Ein ähnlich gebauter, aber merklich kleinerer und anders gefärbter Wildhund ist der Streifenwolf (Canis [Lupus] adustus, lateralis), ein Mittelglied zwischen Wolf und Schakal. Der Leib ist gestreckt, der Kopf nach der Schnauze hin kegelförmig zugespitzt, die sehr spitze Schnauze auch seitlich wenig oder nicht abgesetzt, daher der unseres Fuchses nicht unähnlich; die Augen, welche hellbraune Regenbogenhaut und länglichrunden Stern haben, sind schief gestellt, die wie beim Schakal weit getrennten Ohren, deren Länge über ein Viertel und weniger als ein Drittel der Kopflänge beträgt, an der Spitze sanft gerundet, die Läufe auffallend hoch und schlank; die nicht besonders buschige Lunte reicht ungeachtet der hohen Läufe bis auf den Boden herab. Der Balg besteht aus langen, locker aufliegenden, straffen Grannen, welche das dünne Wollhaar vollständig bedecken.

Sundevall, der erste Beschreiber des seltenen Streifenwolfes, gibt dessen Gesamtlänge zu 1,1 m, die Schwanzlänge zu 33 cm, die Höhe am Widerrist zu 45 cm an; diese Maße stimmen mit denen einer Streifenwölfin, welche ich pflegte, im großen und ganzen überein. Die allgemeine Färbung, ein bräunliches Hellgrau, geht auf den Seiten in Dunkel- oder Schwärzlichgrau, auf den Rücken ins Rotbraune, auf der Brust ins Fahle, auf Kehle und Bauch ins Lichtgelbe über; der Kopf ist rötlichfahl mit lichterem, durch die weißlichen Haarspitzen hervorgebrachten Schimmer, die Stirne fahlbräunlich, die Oberlippe seitlich dunkelgrau, der Lippenrand weiß, ein von ihm aus nach den Ohren verlaufender, verwischter Streifen dunkelgrau, ein die Brust in der Schlüsselbeingegend umgebendes Band und ein dreieckiger Flecken zwischen den Vorderläufen schwärzlich, ein über die Seite sich ziehender breiter Längsstreifen gelblichfahl, unten schwarz gesäumt, ein von hinten und oben nach vorn und unten über den Hinterschenkel verlaufender Streifen tiefschwarz; die Läufe sehen bis auf einen vorn längs der Vorderläufe hervortretenden dunklen Streifen lebhaft rostrot aus; der Schwanz hat an der Wurzel graue, seitlich fahle, an der Spitze rein weiße, übrigens schwarze Färbung. Unser Tier ändert übrigens nicht bloß in der Färbung mannigfaltig ab, sondern auch in der Fülle und Stärke der Behaarung und selbst in der Gestalt, wie unsere beiden Abbildungen auf den nächsten Seiten deutlich erkennen lassen.

Vom Kaffernlande aus verbreitet sich der Streifenwolf über einen großen Teil Afrikas. Ich erhielt die Wölfin, von welcher vorstehende Beschreibung entnommen wurde, aus Sansibar, der Tiergarten zu London einen anderen lebenden, genau ebenso gefärbten Streifenwolf Mündungsgebiete des Ogowe in Niedergiunea. Einen ganz ähnlichen übergab die Güßfeldtsche Loango-Expedition dem Berliner Tiergarten, und ebendort lebt gegenwärtig wiederum ein Stück, das, weil es sich auffällig unterscheidet, hier ebenfalls abgebildet ist. Aus welchem engeren Gebiete dieser Streifenwolf stammt, ist nicht bekannt, es ist nur ganz allgemein Westafrika angegeben. Der Wildhund, welchen Du Chaillu im Ogowegebiete fand, könnte wohl unser Streifenhund sein; nur berichtet kein anderer Beobachter über ihn wie Du Chaillu, daß er nämlich in geschlossenen Meuten jage und jedes Wild von mäßiger Ausdauer niederhetze, wie es vom Hyänenhunde bekannt ist.

"Der Streifenwolf", sagt Pechuel-Loesche, der in Niederguinea, besonders in Loango, sowohl in der Wildnis als auch gezähmt beobachtete, "ist stattlicher und namentlich hochbeiniger als unser Fuchs, hat den nämlichen pfiffigen Gesichtsausdruck, aber zugleich einen entschieden vornehmeren und auch gutmütigen Zug. Man findet wohl kaum zwei, deren Farbe und Zeichnung ganz übereinstimmte; das Jugendkleid ähnelt dem unserer Füchse. Es sind außerordentlich behende und geschmeidige Tiere, deren Treiben man mit Wohlgefallen betrachtet. Von 9 - 14 Uhr des Tages sieht man sie höchst selten, zu jeder anderen Zeit aber allenthalben, obwohl nirgends häufig in der Savanne, einzeln oder zu zweien, jedoch nie in Rudeln. Hetzjagden auf größeres Wild betreiben sie nie, sondern belauern und bespringen allerhand kleines Getier, sind aber gewiß nicht abgeneigt, auch stärkeres krankes Wild niederzureißen. Nahrungssorgen können sie wohl nicht haben, da sie nichts Lebendiges zu verschmähen scheinen, vermutlich auch Aas annehmen und mit Behagen sogar die fetten Früchte der Ölpalme ihres Fleisches berauben. Des Abends und Morgens sieht man sie in ihrer recht bezeichnenden, vornehm nachlässigen Weise in den lichten Grasbeständen umherspüren oder kluge Umschau halten und auch das Treiben eines etwa auftauchenden Menschen neugierig beobachten. Sie kommen sogar dicht an die Wohnstätten; denn die Dorfhunde denken nicht daran, mit ihnen anzubinden, und die Eingeborenen Loangos, die den Streifenwolf Mbulu nennen, thun ihnen auch nichts zuleibe. Scheucht man einen Streifenwolf auf, so wird er regelmäßig, nachdem er eine kurze Strecke gelaufen ist, anhalten, den Störer betrachten und ruhig abwarten, was weiter geschieht. Es ist nicht schwierig, ihn dann mit einem Schrotschusse niederzustrecken, wenn man es über sich gewinnen kann, das nette und ahnungslose Tier unnützerweise zu töten. Sein langgezogenes helles Kläffen läßt der Mbulu des Nachts und Morgens zu allen Jahreszeiten hören; es ist so laut und gellend, daß der Neuling erschrocken auffahren mag, wenn es in unmittelbarer Nähe des Dorfes oder Lagers erschallt. Das jämmerliche Klagen eines Mbulus brachte uns einst noch rechtzeitig an den Rand eines Buschwäldchens, wo er eben einer großen Schlange, einem Python, zur Beute fiel, um ihn durch einen Schrotschuss zu befreien. Erst war er ganz verdutzt, machte sich dann aber winselnd davon.

Streifenwolf (Canis adustus)

Streifenwolf (Canis adustus)

"Halbwüchsige Streifenwölfe hielten wir öfters im Gehöfte. Einer davon gedieh zu einem sehr stattlichen Tiere und wurde so zahm und artig, daß ihm bald unbeschränkte Freiheit gegeben werden konnte. Er lief nicht nur innerhalb der Umfriedung umher und besuchte die Zimmer, sondern durchstreifte stundenlang unsere Pflanzungen wie die Kampinen und Buschwälder der Umgebung. Dort suchte er Käfer, fing sich Grashüpfer, wobei er den aufschwirrenden im übermütigen Spiele nachsprang, und erbeutete sicher auch manches kleine Säugetier, manchen unvorsichtigen Vogel. Dagegen fing er leider nicht Ratten, die in unserem Gehöfte eine sehr schlimme Plage geworden waren. Unser zahmes Federvieh ließ er ungeschoren, nachdem ihn für das Fangen eines Huhnes auf frischer That eine gelinde Strafe getroffen hatte. Machte er fernerhin einmal lüsterne Augen nach einem verführerischen Bissen, so genügte ein leichtes 'Pst!', ein verweisendes Wort, um ihn auf dem Pfade des Guten zu erhalten. Zuweilen blieb er den ganzen Tag über aus, erschien jedoch des Abends im Esszimmer, um einige Brocken zu erlangen. Vergaß man längere Zeit, als er für passend hielt, ihm etwas zu verabreichen, so stieß er mit der Nase an das Bein und legte schließlich wie ein Hund den Kopf auf das Knie. Er nahm alles dankbar an: Brot, Bohnen, Reis, Fisch, Fleisch, selbst rohe Bananen und Ölnüsse, zermalmte aber nur feine Knochen. Gegen einige Personen zeigte er eine entschiedene Abneigung, sperrte, wenn sie sich ihm näherten, seinen Rachen auf und wies unter eigentümlichen Winseln sein Gebiß; dabei verriet er aber keine Furcht, behauptete ruhig seinen Platz und versuchte auch nicht zu beißen. Andere Personen waren ihm völlig gleichgültig, nur wenige mochte er wirklich leiden: diesen eilte er in eigenartigen anmutigen Sprüngen entgegen, geduckt und schlangenähnlich sich windend, die immer gestreckte Rute dabei seitlich schleudernd, rollte sich ihnen freudewinselnd vor die Füße, lief ihnen nach, ließ sich streicheln, emporheben, mit Vorlieb Kopf und Kehle krauen (leckte jedoch niemals die liebkosende Hand) und im Scherze auch ziemlich derb hin- und herziehen und sein stets sauber gehaltenes weiches Fell zausen. Nur seinen schönen buschigen Schweif ließ er ungern fest angreifen. Gab man sich mit ihm ab, sprach man ihm liebevoll zu, so schaute er einen freudig und treuherzig wie ein Hund an, wedelte indessen selten mit dem Schwanze. Die Stimme des Menschen machte unter solchen Umständen auf ihn einen Eindruck, wie ich es nur noch beim Gorilla beobachtete habe; er erschien davon förmlich bezaubert.

"Seinen Namen 'Mbulu' kannte er genau, folgte jedoch nicht immer dem Rufe und bewies überhaupt eine große Selbständigkeit. Wollten ihn unsere Diener aus einem Zimmer entfernen, so nahmen sie ihn um die Mitte des Leibes unter den Arm, wobei er biegsam wie eine Katze und schlaff sich hängen ließ, und setzten ihn so vor die Thür; anders brachten sie ihn nicht hinaus. Er hielt sich stets außerordentlich reinlich und verbreitete, da er viel gekochtes Futter erhielt, sehr bald nicht mehr den scharfen, üblen Geruch, den er anfänglich besaß. Er dünstete indessen stärker aus, wenn Regenwetter im Anzuge war. Die fallenden Tropfen scheute er, trat nie auf schmutzige Stellen und schüttelte die Nässe nach Art der Katzen von den Pfoten. Mit der bunt zusammengewürfelten Gesellschaft unserer Haustiere und Lieblingen: mit Affen, Hunden, Ziegen, Schafen, Schweinen, Papageien usw. lebte er in Frieden, hielt sich aber immer vornehm angesondert von ihnen und ging auf keine ihrer oftmals tollen Spiele und Neckereien ein. In der Regel saß er nicht wie ein Hund, sondern ließ sich im Schatten auf einem sorgfältig erwählten sauberen Orte gestreckt nieder, ohne vorher die bei den Hunden üblichen Drehbewegungen zu machen, legte den Kopf auf die Vorderläufe und gab sich blinzenden Auges träumerischer Ruhe hin. Doch zeigte er sich auch am Tage geistig sehr rege und nahm lebhaften Anteil an allem, was um ihn vorging. Wie es unsere Hunde nicht selten thun, pflegte er von seinem Futter, nachdem er sich gesättigt hatte, größere Bissen zu verscharren. Fest schlafend lag er gewöhnlich zusammengerollt, manchmal aber auch mit allen vieren von sich gestreckt. So schlief er auf dem Sande vor einem Gebäude oder im Garten in der Kampine. Später fand er ein beliebiges Stück in meinem Zimmer oder auch mein Lager sehr bequem zum Ruhen. Auf dem Dampfer, wo er während der langen Heimreise frei umherlief, erkor er sich das weiche Sofa in der auf Deck befindlichen Kajütte des ihm sehr zugethanen Kapitäns zur Schlafstelle. Er fand nochmals eine Heimat im Berliner Tiergarten, erlag aber leider bald dem Klima. Ich vermute jedoch, daß er auch den Verlust seiner Freiheit nicht verschmerzen konnte, denn als ich seinen Käfig besuchte, zeigte er sich stumpf und niedergeschlagen und glich auch in seinem Äußern gar nicht mehr unserem schmucken Mbulu.

Der Wolf Teil 4

Der Wolf Teil 1
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Pressemitteilung des SDWI

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