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Hundefutter: Rohstoff-Qualität?


  • Welche Bedeutung hat die „vorbeugende“ Gabe von Arzneimitteln (zum Beispiel Impfstoffe, Antibiotika, Hormone) in Mastbetrieben (Rind, Schwein, Geflügel) für die Qualität von Hundefutter?

  • Zu den vielen aktuellen Skandalen der Nutztierhaltung gehört ein wenig beachteter „Langzeit“-Skandal: Fast die Hälfte aller auf unseren Höfen/Mastbetrieben verwendeten Antibiotika werden zu nicht-medizinischen Zwecken verfüttert! Sprich: Zur Beschleunigung des Wachstums (=mehr Profit in kürzerer Zeit). Folgen in manchen Landkreisen: Es tauchen immer häufiger resistente Krankheitserreger auf, die nicht mehr mit Antibiotika behandelbar sind (weil sie quasi als „Kinder“ schon damit gefüttert wurden). Und an denen immer häufiger Menschen und auch Tiere sterben. Auch zahlreiche andere pharmazeutische Wirkstoffe werden - anstatt mit gerechtfertigter medizinischer Zielsetzung - immer wieder missbräuchlich eingesetzt.

    Mit der Devise „...dann kochen wir eben selber...“ ist das Problem nicht grundsätzlich zu lösen. Denn dies könnte das Dilemma nur dann - individuell - lösen, wenn dabei hochwertige, einwandfreie Produkte verwendet werden, deren Herkunft und Herstellung tatsächlich nachvollziehbar sind.

    Als Gesundheits-Berater bin ich ebenfalls in einem Dilemma:
    - Ich bin einerseits für Hundehaltung, auch in den Städten. Diese funktioniert nur unter Einsatz industriell gefertigter, qualitativ hochwertiger Nahrung (außerdem hat dies vermutlich zu einer deutlichen Verlängerung der Lebenserwartung bei unseren Hunden geführt).
    - Ich weiß andererseits um viele Probleme bei der Selberzubereiten von Hundenahrung. Dies funktioniert nur bei HundehalterInnen, die zum Beispiel die hierfür notwendige Zeit aufbringen können.

    Ich hoffe, in Zukunft werden immer höhere Qualitätsnormen (an denen sich einige Hersteller bereits heute messen lassen könnten) die Güte von Hundenahrung bestimmen. Und zwar transparent und nachvollziehbar für alle Kunden (dies ist heute in fast keinem Fall möglich).

    Anmerkung zur Bedeutung von Medikamenten-Restbeständen in Nahrungsmitteln (wobei es kaum Unterschiede zwischen Mensch oder Tier gibt): Restbestände, so regeln es zahlreiche Gesetze, dürfen nicht toxisch wirken. Also keine deutlich erkennbaren akuten oder chronischen Vergiftungen verursachen. Nicht geregelt sind aber andere Effekte von Hormonen, Impfstoffen, Antibiotika und anderen Substanzen, die unsere Agroindustriellen (=Landwirte?) und ihre Tierärzte oft hemmungslos, unkontrolliert und sogar illegal einsetzen: Anreicherung im Fettgewebe, Veränderung des Hormonsystems, bakterielle Resistenzen, Störungen der Fruchtbarkeit, Auslösung von Erbgutschäden, weitreichende Schäden an der Natur und so weiter. All dies kann auch bei sehr niedrigen Dosierungen von Agrochemikalien und -medikamenten (einschließlich Pestiziden, Insektiziden, Herbiziden und anderen Wirkstoffen) passieren. Und hiergegen können sich nur Verbraucher wehren, die konsequent solche Folgen einer unverantwortlichen Landwirtschaftsproduktion zu geringsten Kosten ablehnen. Also diese Produkte nicht mehr kaufen.

Rainer H. Bubenzer, Ernährungsberatung Fressi-Fressi.de

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